Benzin im Öl, was hat das zu bedeuten und woran merk ich das?
Benzin im Öl, das ist schlecht! Das ist sogar sehr schlecht!
Aber erstmal die möglichen Symptome:
- Plötzlich mehr Benzinverbrauch als sonst
- Plötzlich mehr "Öl" am Ölmessstab als vorher (bei der letzten Kontrolle)
- Plötzlich ist das "Öl" heller als vorher
- Das Zeug am Ölmessstab riecht nach Benzin
- Leistungsverluste, aufgrund von geringerer Kompression.
Wo wir jetzt zu den Ursachen kommen:
Wenn die Benzinpumpe einen defekt hat, kann es sein, dass über den Stößel (bzw. den "Stößelkanal") , welcher die "Pumpbewegung" an die Pumpe gibt, Benzin in das Motoröl gelangt.
Es kann aber auch sein, dass das Schwimmernadelventil im Vergaser defekt ist und den Benzinfluss nicht mehr stoppt, obwohl die Schwimmerkammer voll ist. Dann kann das Benzin einfach weiterlaufen, in die Zylinder (köpfe). Dann kann man beim Herausdrehen der Zündkerzen (weil der Motor nicht mehr anspringt) zunächst auch erst nur denken, dass der Käfer nur abgesoffen ist.
Die Folgen:
Das verdünnte Öl hat natürlich bei Weitem keine so gute Schmierleistung mehr wie reines Öl. Es kann somit zum Kolbenreiber und theoretisch auch zum Kolbenklemmer kommen. Kolbenringe können natürlich auch brechen.
Außerdem kann die Kompression in den Keller gehen. Ich spreche hier von 3-4bar. Das hat den Hintergrund, dass das verdünnte Öl, so dünnflüssig geworden ist, dass es "zwischen Kolben und Zylinder" auch nicht mehr "dichtet". Also, wenn der Kolben sich im Zylinder nach oben bewegt, bei zu hohem Druck, das komprimierte Luft-Gas Gemisch zwischen Kolben und Zylinder vorbeigedrückt wird. Das bedeutet natürlich, dass mit zunehmender Anzahl der "Kolbenbewegungen" immer mehr Benzin ins Öl gelangt, das Öl immer dünnflüssiger und ein Kolbenreiber o.ä., immer wahrscheinlicher wird.
Das bedeutet:
Benzin im Öl ist wirklich großer Mist! Deshalb sollte man auch trotz einem eventuellem sehr guten Ölverbrauch (z.B. 0,25Lter auf 1000km) , den Ölstand regelmäßig und öfter kontrollieren. Nicht mit dem alleinigen Ziel, nachzuschauen ob noch genug Öl im Motor ist, sondern auch um zu sehen ob vielleicht Benzin im Öl ist!
Im Glücksfall, fährt man mit 70-80km/h auf der Landstraße, bremst dann ab, weil man anhalten möchte, und beim Wunsch, wieder loszufahren merkt man dass der Motor aus ist. Wenn es ein braves Käferchen ist, springt er auch bei allen erdenklichen Versuchen ihn zu starten, nicht wieder an.
Den Ernstfall habe ich ja oben schon beschrieben. In meinem Fall reichte es, das Öl zu wechseln, das Ventilspiel zu kontrollieren, Benzinpumpe zu tauschen und das Schwimmernadelventil inkl. Vergaserpapierdichtungen zu wechseln.
Sollte einem das im Urlaub passieren. Sollte man auch unbedingt daran denken, dass man beim Ölwechsel einen Ölwechseldichtsatz dabei hat, oder im Notfall, bei der Abnahme vom Öldeckel/Ölsieb peinlichst darauf achtet, dass die Messingringe und die beiden Papierdichtringe nicht beschädigt werden oder verlorengehen.
Ähnliches ist bei den Ventildeckeln zu beachten. Einmal geöffnet kann es sein, dass man die Ventildeckeldichtungen nicht mehr drauf bekommt,weil diese sich zu sehr durch die Motorwärme, ausgedehnt haben und nach der Abnahme, für eine erneute Montage zu lang sind. Im allerschlimmsten Notall, kann man eventuell bei der Ventildeckeldichtung an der oberen Seite, im linken oder rechten Drittel ein Stück, schräg! herausschneiden. So, dass die beiden entstehenden Enden, schräg auf Stoß liegen. So gibt das mehr Stabilität beim Draufsetzen der Dichtung, und Öl was heraus, oder Wasser was hinein möchte, kann nicht durch einen senkrechten Spalt hindurch, sondern müsste sich erstmal durch den längeren, schrägen Weg durcharbeiten.
Bei Fragen, Anregungen oder Problemen fragt im Forum oder mailt mich einfach an.
Mit luftgekühlten Grüßen, Lasse
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Keine Garantie auf die Richtigkeit der hier gemachten Aussagen! Die hier gemachten Aussagen beziehen sich auf eine eigens gemachte, einmalige Erfahrung. Eine Ventildeckeldichtung zu "beschneiden" ist mit Sicherheit nicht gut, aber nach Meinung des Autors, besser als gar keine Dichtung und besser als eine Dichtung, die sich aufgrund ihrer Länge, von der für sie bestimmten Dichtfläche wegbiegt. Der Autor ist nicht im KFZ-Bereich beruflich tätig.
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