Meine elektrische Scheibenwaschanlage funktioniert nicht mehr, was kann ich tun?
Als erstes prüfen wir, ob wir noch Scheibenwaschflüssigkeit in dem Wischwasserbehälter/Scheibenflüssigkeitsbehälter haben. Haben wir genügend Flüssigkeit im behälter, überprüfen wir den korrekten Anschluss der Schläuche. Die Schläuche sitzen wie sie sollen und es befindet sich auch keine Scheibenwaschflüssigkeit in der Reserveradfelge/Reserveradmulde!?
Gut, das haben wir überprüft. Nun betätigen wir bei eingschalteter Zündung, nicht laufendem Motor, keine Familie/Freunde im Auto (die sind bestimmt nicht leise, wenn sie es sein sollen ;) ), und ausgeschaltetem Radio, den Hebel der Scheibenwaschanlage.
Hören wir die Pumpe? Nein? Dann lese bei Punkt 2. weiter.
Wenn wir die Pumpe jedoch hören, genügend Scheibenwaschflüssigkeit im Behälter ist und die Schläuche richtig sitzen, und auch nirgends eingeklemmt sind (auch bei der Scheibenwaschdüse schauen), prüfen wir zunächst ob die Spritzdüse verstopft ist.
Nun kann man verschiedene Wege gehen.
1a.) Der Komplizierte Weg:
Scheibenwaschdüse ausbauen, mit einem Kompressor Luft durchblasen, anschließend mit einer Nadel (oder auseinandergezogener Kugelschreiberfeder..), in den Düsenlöchern "rumstochern", wieder mit einem Kompressor luft durchblasen, einen mit Wasser gefüllten Schlauch, an die Düse anschließen und dann mal schauen ob man mit eigener Puste Wasser durchbefördert bekommt.
An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich den komplizierten Weg noch nie gegangen bin und ich auch nicht weiß ob man dazu genügend Puste hätte.
1b.) Letztendlich, rate ich euch, den einfachen Weg zu nehmen:
Man lässt die Düse wo sie ist, nimmt sich die erwähnte Nadel, oder halt die bearbeitete Kugelschreiberfeder und "prokelt" vorsichtig in den Düsenlöchern rum. Wenn alles andere richtig angeschlossen und verlegt ist, sollte beim Betätigen des "Scheibenwaschanlagenhebels" wenigstens ein wenig aus der Düse strullern. Ich glaube nicht, dass die Düse nach der einfacheren Methode der Reinigung/Überprüfung noch komplett dicht sein kann. Aber wer weiß...
Zusätzlich zur Spritzdüse sollte man auch den Abflussbereich des Waschwasserbehälter auf eventuelle Fremdkörper untersuchen.
Funktioniert nun alles wieder wie gehabt, überprüfen wir nocheinmal ob der Scheibenwaschwasserbehälter richtig voll ist und wir können wieder mit sauberer Frontscheibe unsere Schätze bewegen.
2.) Wenn die Pumpe jedoch keinen Mucks von sich gibt, müssen wir die Ursache in der Elektrik suchen:
Der versierte Schrauber besitzt schnell die Möglichkeit, 12V an die Pumpe anzulegen und findet so heraus ob die Pumpe defekt ist.
12V Solarakku, kleiner 12V Bleigelakku aus einer Notstromversorgung, 12V Motorrad/Autobatterie oder halt mti Hilfe der bordeigenen Batterie.
Funktioniert die Pumpe aber direkt an 12V nicht, haben wir eventuell noch einen letzten Trumph im Ärmel, der uns die lange Sucherei ersparen kann. Sind die Kontakte korrodiert (angerostet, angelaufen, "spakig", (drekig o.ä.))? Die Kontakte also nochmal schnell anschleifen (Schleifpapier) oder zur Not mit einem Schraubendreher, oder einem (weniger wertvollen) Messer, blank kratzen.
Funktioniert nun die Pumpe an der 12V Spannungsquelle (Batterie o.ä.) Kann man die Pumpe gleich wieder anschließen und schauen ob alles wieder funktioniert. Wenn nicht, sollte man nocheinmal die Steckkontakte des Steckers kontrollieren. Eventuell sind diese auch korrodiert.
Nun funktioniert die Pumpe, wenn sie extern an "12V angeschlossen" wird aber es kommt immer noch keine Flüssigkeit aus den Düsen, und die Düsen und der Schlauch wurde überprüft?
Dann sollte man nun bei eingeschalteter Zündung, den Scheibenwaschanlagen-Hebel betätigen (halten) und eine weitere Person sollte an dem Pumpenstecker, mit einem Messgerät oder einer Prüflampe schauen, ob denn die 12V auch bei der Pumpe "ankommen".
Werden nun 12Volt gemessen, kann es sich nur noch um Kontaktschwierigkeiten handeln. Kontakte erneut reinigen, blank machen und überprüfen!
Können diese 12Volt nicht gemessen werden sollte man die Kabel auf Brüche, scharfe Knicke o.ä. untersuchen. Anschließend überprüft man am Besten, den richtigen Sitz aller Steckverbindungen. Hierbei ist ebenfalls darauf zu achten, dass die Kontakte blank sind. Manchmal hilft auch schon ein Auseinander/Ab - Ziiehen und wieder Zusammen/Auf- Stecken um wieder eine elektrisch leitende Verbindung herzustellen.
Was? Die Pumpe läuft immer noch nicht?
Dann kann man nun natürlich noch die Leitungen auf Durchgängigkeit prüfen.
Hier nimmt man einen Durchgangsprüfer oder ein Widerstandsmessgerät oder "Multimeter" welches eigentlich jeder Schrauberhaushalt hat ;) Hat das Kabel einen Widerstand von 0 Ohm (evtl. auch 1-2 Ohm) so ist das Kabel heile. Unendlicher Widerstand, oder komische Zeichen auf der Digitalen-Anzeige des "Multimeters" -> Kabel wahrscheinlich defekt, oder auch hier, kein vernünftiger Kontakt zu den Prüfspitzen des Messgerätes.
Ich fasse mal eben zusammen:
- Alle Kabel sind richtig angeschlossen, wurden "durchgeklingelt" und alle Steckverbindungen & Kontakte wurden geprüft.
- Alle anderen elektrischen Geräte funktionieren
- Scheibenwaschflüssigkeit befindet sich im Behälter
- Alle Schläuche sind richtig angeschlossen, nicht defekt und werden nicht irgendwo eingeklemmt?
- man kann bei gleichzeitigem Betätigen des Scheibenwaschanlagenhebels 12Volt an dem Pumpenstecker messen
- Die Düse und der Ausfluss vom Behälter sind frei von Fremdkörpern
- wir haben 20° Außentemperatur und die Scheibenflüssigkeit in den Schläuchen ist nicht gefroren.
Und es kommt einfach nichts aus der Scheibenwaschdüse!
Die Pumpe ist defekt!
Laut Bimmelbimsen kann es auch helfen, einmal WD-40 in die Pumpe zu sprühen und dann ein wenig einwirken lassen. Wenn die Pumpe nur angerostet/festgerostet ist, kann man die Pumpe so eventuell auch wieder zum Laufen bekommen (bei Bimmelbimsen hat es funktioniert).
Nun kommen Inhalte welche in diesem Fall an einen 1200er Mexico Käfer angepasst sind:
Wenn die Pumpe defekt ist, brauchen wir eine neue. Die Wahrscheinlichkeit besteht, das man die Pumpe öffnen kann und den Motor wieder zum Laufen bekommt (habe ich selbst ausprobiert).
Doch dann stellt man sich die Frage der Haltbarkeit. Also, wir fahren keine Vorkriegs-Ami-Schlitten. Wir bekommen noch Ersatzteile, und zwar günstig!
Entweder man kauft sich einen neuen originalen Scheibenwaschwasserbehälter (wenn es den gibt), einen gebrauchten, im Bugnet, auf nem Oldtimermarkt o.ä.
ODER... (vielen Dank an Alexander K. aus dem Bugnet) man organiesiert sich eine Scheibenwaschpumpe aus einem Golf 2.
Teilenummer 333955651 (Pumpe von Hella) oder wohl auch folgende Nummer: 191955651
Man kann die originale Pumpe welche bei den 1200er Mexico Käfern am Waschwasserbehälter befestigt ist, ausbauen. Um die Pumpe (made in Japan ;) ) befindet sich noch einen Distanzring. Ohne Distanzring passt die Golf2 Pumpe nahezu perfekt in die Pumpenöffnung vom Behälter. Man kann sie natürlich noch rein/festkleben, doch das halte ich für unnötig.
Nun noch einen Y-Verteiler in den Schlauch "einarbeiten", da die Pumpe vom Golf2, zwei Ausgänge hat, für Frontscheibe und Hesckscheibe und fertig. Alles wieder ein/zusammenbauen und fertig.
Man kann auch zum KFZ-Verwerter in der Umgebung fahren und sich einfach eine 12V Scheibenwaschpumpe kaufen, mit nur einem Ausgang. Kostet 5€!
Bei meiner letzten Pumpe stand "T4" mit Edding draufgeschrieben. Vielleicht ist dieses also eine aus einem VW Bus T4 gewesen.
Habt ihr Fragen oder Probleme zum/mit diesem Beitrag, dann geht auf forum.needsnowater.com, unserem Forum für Käfer, Ente, Bulli, Trabant & Co..