VW Bus T3 konservieren

Wir schreiben das Jahr 2011 und wir haben Donnerstag. Donnerstag den 13. und es regnet und regnet, bei 3°C.

Man ist das ein tolles Wetter. Vor wenigen Wochen, -13°C Schnee, Eisglätte und STREUSALZ auf den Straßen. Nun regnet es und alles ist nass und feucht und es wird nicht trocken!
 

Wenn man sich nun überlegt wie all die kleinen ungeschützten Rostnester am so manchen VW Bus von Feuchtigkeit unterwandert werden und weiter rosten, bis irgendwann der Bus zu (Rost)Staub zerfällt dann wird einem ganz flau in der Magengegend und das Herz strahlt auch nicht mehr.

Deswegen sollte man den Bus konservieren, denn:
1. Man möchte noch lange etwas von dem Bus haben
2. Konservieren ist günstiger, als Blechte tauschen und schweißen
3. Der Wert des Busses bleibt ggf. gleich oder steigt irgendwann auf Grund seines Alters
4. Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, welche Stellen man am Bus konserviert und behandelt hat.
5. Beim Konservieren lernt man seinen Bus und dessen Zustand besser kennen.
6. Rostschutz und Hohlraumversiegelung ist bei unseren "Vollmetall-Fahrzeugen" nunmal das "A&O".
 

Ich habe aber keine eigene Werkstatt und kein Werkzeug und somit gar keine Möglichkeit, meinen Bus zu konservieren!

Alles quatsch! Man braucht keine Werkstatt, keine Garage o.ä.:
Die Mindestausstattung ist:
- Arbeitsklamotten
- 2-3 Pinsel
- Putzlappen
- Schlitz/Kreuzschlitzschraubendreher
- 4 Liter Fluid Film Liquid A
- altes Schälchen von Muddi/Hundenapf/Müslischale
- Schutzbrille (Danke an "PHo" vom Bulliforum, für den Einwand)

Die empfohlene Ausstattung:
- "die Mindestausstattung"
+ 2Liter FluidFilm Gel
+ 1 Pott Permafilm
+ zwei Auffahrrampen
+ große Pappe zum selber Drauflegen und zumDie empfohlene Ausstattung: Schutz der Straße/Parkplatz vor Flecken
+ Handschuhe (auch Dank an PHo)
+ ggf. auch "Kopfhaube" oder Kapuze

Mit 50€ ist man schon bei der Mindestausstattung dabei und man kann loslegen.

 

Unterboden

Am Besten widmet man sich ersteinmal dem Unterboden. Dieser ist am Besten "furz trocken". Ideal wäre natürlich ein Unterboden, der mit einer Unterbodenwäsche gewaschen wurde und danach nicht bewegt und so lange stehen gelassen wurde bis der Unterboden "furz trocken" ist. Halte ich aber für nahezu unmöglich.

Wird der Unterboden gewaschen und man fährt einige Kilometer hat man eigentlich schon wieder Dreck am Unterboden und außerdem ist der Unterboden dann auch nicht ganz trocken.

Der Unterboden sollte aber "furz trocken" sein, damit in eventuelle Risse und Poren das FluidFilm Liquid A, komplett eindringen kann. FluidFilm Liquid A, soll zwar Feuchtigkeit unterwandern, doch wenn keine Feuchtigkeit da ist, umso besser! Ich bevorzuge lieber ein wenig dreckig, dafür aber trocken, als sauber und nass.

Also, der Unterboden ist trocken und man hat auch Auffahrrampen zur Verfügung, da man nicht in die Kategorie "mit nem Storch gepokert und die Beine gewonnen!" fällt (man ist schlank genug, dass man keine Auffahrrampen braucht). Man positioniert nun die Auffahrrampen vor dem Auto, fährt die Rampen rauf, kontrolliert den einwandfreien Stand der Vorderräder, legt einen Gang ein und zieht die einwandfrei funktionierende Handbremse an. Nun schnappt sich eine kleine Schüssel, füllt FluidFilmLiquid A hinein, nimmt sich einen Pinsel, legt sich unter das Auto und man pinselt alles ein, was irgendwie rosten könnte! Ausnahme sind hier natürlich Bremsscheiben o.ä. Teile die ggf. in ihrer Funktion eingeschränkt sein könnten, nach einer FluidFilm Behandlung. Des sind z.B. natürlich auch die Felgen von innen, da FluidFilm (durch die Zentrifugalkraft) auf den Reifen landen könnte!

Wichtig ist hier eine ausgeprägte Nackenmuskulatur, der unbedingte WILLEN, seinen Bus zu konservieren und keine Angst sich von oben bis unten einzubalsamieren!

Des Weiteren empfiehlt es sich, Bereiche des Unterbodens immer wieder aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, um zu gewährleisten das nahezu alle Bereiche des Unterbodens auch behandelt werden. Denn manchmal sieht man verwinkelte Bleche oder Hohlräume nur in einem bestimmten Blickwinkel.

Der Vorteil der Pinsel-Konservierung ist der, dass Korrosionsschutz welcher aus der Spritzpistole kommt, nur einen Weg kennt. Den Weg, direkt, gerade aus der Pistole.
Mit einem normalen Pinsel (30er oder 40er Breite) und den o.g. Voraussetzungen (ausgepräge Nackenmuskulatur & Co.) lassen sich (manchmal halt nur, unter Schmerzen) Stellen erreichen, die man im Spritzverfahren, nicht erreicht.
Mit einem Pinsel in der Hand, kann man auch einen Träger von hinten einpinseln, wenn man irgendwie die Hand inkl. Pinsel an dem Träger vorbeibekommt. Macht das mal mit einer Pistole...

Ein weiterer Vorteil der Pinsel-Konservierung ist die Sorgfalt und das Gefühl, mit welcher man die Konservierung durchführen kann. Mit den Pinselborsten kann man FluidFilm Liquid A regelreicht einmassieren und in manche Ecken, die getränkte Pinselspitze, schmatzend einführen.

HALLOOOOOO!?!?!? Das ist wirklich so, ich kann da nichts für!

Hat man nun den kompletten Unterboden des Bullis eingepinselt und ist nach ca. 3Stunden fertig geworden, kann man sehr stolz auf sich sein, denn:
1. Der Unterboden ist nun deutlich besser geschützt als vorher
2. Man hat es ohne Werkstatt, ohne Grube, ohne Hebebühne, mit wenig Geld geschafft!

Die Prozedur der Unterboden-Einbalsamierung sollte innerhalb von 6Monaten wiederholt werden. Hat man den Unterboden 2mal komplett mit FluidFilm Liquid A behandelt, kann man sich überlegen ob man bei der dritten Behandlung auf das dickflüssigere Fluid Film NAS zurückgreift.

Türen:

Die Vordertüren müssen auch konserviert werden. Hier eignet sich auch wieder FluidFilm für die Hohlraumkonservierung.
Zunächst demontiert man die Türverkleidung und entfernt die Türfolie sofern noch vorhanden.
Nun schnappt man sich wieder Pinsel und Schälchen mit FluidFilm Liquid A und pinselt alles ein, was man sieht. Ganz wichtig ist hier natürlich der untere Bereich der Tür. Hier wäre es von absoluten Vorteil, wenn man mit dem FluidFilm-Pinsel die komplette Unterkante, den Pfalz abfährt. Ca. 2-3 Tage nach der Behandlung mit FluidFilm Liquid A könnte man der Tür die Behandlung mit dem Fluid Film Gel gönnen. FluidFilm Geld hat eine wachsartige Konsistenz und wird in den Türen, auch bei Starkregen nicht weggespült.
Hat man die Türen vollständig konserviert (auch im oberen Bereich, da wo der Türgriff sitzt u.s.w.) sollte man die Türfolie erneuern. Die Türfolie verhindert, das Spritzwasser welches durch die Seitenscheibendichtungen in die Türen eindringt, in den Innenraum gelangt und oder die Türpappen aufweicht (Schimmel!).

Die Schiebetür sollte auch konserviert werden, hier empfiehlt sich wieder die Verwendung der Spritze mit der Hohlraumsonde,um den unteren Pfalz der Schiebetür zu konservieren.

Sonstige Hohlräume

Es gibt natürlich noch einige weitere Hohlräume welche durch die Hohlraumkonservierung bzw. eine "Hohlraumversiegelung" geschützt werden müssen:

- Hinter der Frontstoßstange befindet sich das sogenannte "Prallelement". Das Prallelement befindet sich auf voller Länge hinter der Stoßstange und schreit förmlich danach, mit FluidFilm Liquid A behandelt zu werden.
Das geschieht am Besten mit einer kleinen Spritze aus der Apotheke, mit einer aufgesteckten Hohlraumsonde.

Im Idealfall hat man sich nicht die auf dem Bild gezeigte 5ml Spritze gekauft, sondern eine 20ml Spritze, welche in der Apotheje auch nur 0,10€ kostet.:

Foto einer handelsüblichen Spritze aus der Apotheke mit aufgestecker Hohlraumsonde


Das ist sonst ziemlich aufwändig, wenn man pro Schuss, nur ca. 5ml loswird und man auf der kompletten Länge des Prallelementes FluidFilm verteilen möchte, doch es lohnt sich! Außerdem möchte man das nicht jeden Tag machen.
Die Spritze bzw. die Hohlraumsonde lässt sich an ganz vielen, originalen Löchern im Prallelement einführen.  Von unten, oder auch von hinten (zum Reserverad hin). Am Besten, die Hohlraumsonde ganz reinstecken und während des Spritvorganges, immer weiter rausziehen. Das gewährleistet eine bestmögliche FluidFilm-Verteilung

- Unter dem Armaturenbrett, auf der linken und rechten Seite, sieht man bei geöffneten Türen, links und rechts, je eine große Öffnung. Hier sammelt sich gerne (Schwitz)wasser und es fängt gerne an zu rosten

- In der B-Säule, an welcher die Aufroller für die Anschnallgurte befestigt sind, gibt es ebenfalls eine große Öffnung, welche über einen "Luftkanal" in der Tür, mit der anderen schon erwähnten Öffnung verbunden ist.
Auch hier, einfach 50-100ml FluidFilm Liquid A reinfüllen, ODER aber diese 50-100ml wieder mit der kleinen Spritze aus der Apotheke (ggf. mit aufgesteckter Hohlraumsonde) rienspritzen. Das ist zwar recht aufwändig, aber man kann das FluidFilm deutlich besser verteilen und auch gegen die Wände und Pfalze spritzen.

- Raum unter dem Fahrer/Beifahrersitz. Sollte sich hier eine Batterie befinden, so ist es ratsam, diese bei Zeiten mal auszubauen und zu schauen, wie es unter der Batterie aussieht. Es hilft schon, eventuellen Rost, mit Liquid A zu behandeln. Es ist bei Weitem besser, als nichts zu tun ;)

- Die Hohlräume hinter den Seitenverkleidungen, hinter der Küchenzeile, hinter dem Kleiderschrank. Immer wieder hört man davon, dass die Busse nicht von außen rosten, sondern von innen. Das liegt daran, dass Feuchtigkeit (Schwitzwasser) am kalten Bus-Blech kondensiert, sich sammelt und früher oder später, ungeschütztes Blech erreicht. Dieses Blech fängt an zu rosten, aufzublühen, herzlich Willkommen lieber Gammel! Das tolle daran ist auch, dass sich die Feuchtigkeit dann den Weg bahnt zwischen die einzelnen Bleche und schon hat man den so bekannten Fugenrost.

Nun gibt es da auch wieder unzählige Theorien und Vorgehensweisen, doch ich möchte mich hier nur der "funktionellen Konservierung" widmen. Ziel dieses Beitrages ist es nicht, dass es bald nur noch makellose, rostfreie Busse gibt, sondern Ziel ist es, kostengünstige Möglichkeiten aufzuweisen, den eigenen Bus zu schützen und vorhandenen Rostfraß zu stoppen.

Hat man nun die Verkleidungen entfernt und man sieht die braune Pest, so gibt es viele Möglichkeiten. Ist der Rost nur oberflächlich, bzw. ist der Rostfraß noch nicht so weit fortgeschritten, dass Bleche durchgerostet oder nur noch hauchdünn sind, empfehle ich auch hier, die Behandlung mit FluidFilm Liquid A.
Mit einem Pinsel, FluidFilmLiquid A auftragen und fertig!

Wenn rostige Stellen angeschliffen und anschließend mit Rostschutzfarbe bestrichen werden, so kapsel ich den Rost ein, es ist aber in meinen Augen nicht ausgeschlossen, dass Restfeuchtigkeit vorhanden ist, bzw. dass es Feuchtigkeit schafft, sich irendwann wieder zum Rost "durchzuschlagen".

Behandele ich die Roststellen aber mit einem FluidFilm-Pinsel und ich massiere FluidFilm (Wollwachs(Fett) von Schafen) regelrecht rein, so kommt da mit Sicherheit kein Wasser mehr hin! Des Weiteren dringt FluidFilm in Poren und Ritzen die ggf. erst in der Zukunft entstehen, wenn das Blech arbeitet, oder wenn man mit dem Bus gerade ein wenig "offroad" unterwegs ist. Reißt mir aber die Oberfläche der Rostschutzarbe ein...

Auch hier kann man nach einiger Zeit des Einwirkens von FluidFilm Liquid A, zum dickflüssigeren FluidFilm NAS greifen.

- die C-Säulen und der Motorraum:
Der Bereich ganz hinten am Bus, hinter den "Lüftungsohren". Hier läuft bei Regen, Wasser rein, läuft die C-Säule runter und geht dann in den Streik-Modus über und bleibt einfach da, wo es ist. Das ist totaler Mist!

Hier empfiehlt es sich, die Motorklappe zu öffnen und wieder mit einem Pinsel, den Bereich hinter den Rückleuchten, alles einzupinseln. Auch im Motorraum, an Stellen, an denen Dieselfilter o.ä. angeschraubt sind, sollte man schauen ob man mit dem Pinsel vorbeugende Maßnahmen treffen kann. Auch vom Motor aus, zum Kennzeichen hin, befindet sich im Motorraum eine Kante, die mit FluidFilm behandelt werden sollte.

 

Wie immer gilt:

KEINE Garantie auf die Richtigkeit meiner Aussagen. Des Weiteren ist nicht garantiert, dass hier gemachte Vorschläge sinnvoll sind. Es wird auch keine Haftung übernommen für eventuelle entstehende Schäden, wenn man nach diesem Artikel handelt. Ich bin immer noch, kein Mensch aus dem KFZ-Bereich.

Um mir selber eine kleine Übersicht zu schaffen, habe ich ein Bild von vwpix.org genommen um dort Arbeiten an der Karosserie farblich zu kennzeichnen. Anbei siehst Du die einmal das Originalbild und dann das von mir bearbeitete Bild in verkleinerter Größe. Klickst Du auf das Bild, so öffnen sich die Bilder in Originalgröße.

Nochmal ganz herzlichen Dank, an "Boltze" von vwpix.org für den netten Kontakt und seine "Absegnung" :)

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