Meine erste Nacht im Bulli

Foto: Nach der ersten Nacht im Bulli

Meine erste Nacht im eigenen Bulli, der Elise..

 

(Grün)Donnerstag den 21. April 2011,

 

22Uhr, 14°C Außentemperatur:
 

Ich habe einen Plan.

Heute möchte ich das erste Mal in meiner Elise, meinem VW T3 Transporter schlafen. Nicht auf den Vordersitzen, sondern hinten auf der „Ladesfläche“.

Für diesen Zweck habe ich mir eine Matratze zugeschnitten und hinten reingelegt (link). Ich habe zwar keine Klapp-Schlafbank und auch kein richtiges Bett, wie es ein echtes T3 Wohnmobil hat, aber zum Schlafen sollte es reichen. Ich wollte ja auch einen Transporter haben und keinen echten Camper, mit dem ich dann nicht mehr viel transportieren kann.

 

22:30Uhr, 13.5°C Außentemperatur:

Damit ich mir auch das Gesicht & Hände waschen und Zähne, putzen kann, fülle ich noch schnell den 12Liter Frischwasserkanister aus meinem portablen „Küchenblock" (link). Wobei ich mich jetzt aktuell gerade frage, ob der denn so viel mit einer Küche zu tun hat, wenn dieser nur eine Spüle und Stauraum für Geschirr bietet... ;)

 

23:00Uhr, 13.5°C Außentemperatur:

Ich fahre zu Real, da Real noch bis 24Uhr auf hat und morgen, am Karfreitag die Geschäfte geschlossen haben. Ich kaufe noch etwas ein.

 

23:15Uhr, 13,0°C Außentemperatur:

Ich bin fertig mit dem Einkauf und bemerke, dass draußen nur noch 13°C sind. Ich fahre in ein nahes Industriegebiet, stelle mich auf einen Parkplatz und räume erstmal grob auf. Es liegt noch viel rum, da ich noch mitten in der Fertigstellungsphase meines Busses bin.

 

23:25Uhr, 13,0°C Außentemperatur:

Der gewaschene Vorhang, vom Durchgang in der Trennwand wird wieder mit der Gardinenschiene verbunden. Anschließend beziehe ich die zurechtgeschnittene Matratze wieder mit dem Originalbezug. Ich habe überlegt, dass es auch ohne zu Nähen und zu zerschneiden, funktionieren könnte. Innentemperatur beim Hochdach, 15°C

 

23:35Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Was für ein Akt! Aber wenn ich die Matratze schon im Bulli ausgerollt, ausgepackt und zugeschnitten habe, bekomme ich diesen verdammten Bezug auch wieder auf die Matratze!

Zum Glück habe ich das Telekomhochdach. Ohne Hochdach, unmöglich!

 

23:50Uhr, unbekannte Außentemperatur:

….....

 

 

Karfreitag, den 22. April 2011,

 

00:30Uhr, unbekannte Außentemperatur:

….....

00:58hUhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich habe es geschafft! Der Bezug ist drauf, und die Matratze passt, ohne dass ich am Bezug etwas ändern musste. Dafür habe ich jetzt aber auch die Innentemperatur auf 16°C erhöht...

01:03Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich lege mir den Schlafsack auf die Matratze, daneben eine Wolldecke.

Es sind 16°C im Bulli und mir ist sehr, sehr warm!

Ich wasche mir die Hände und das Gesicht und führe meine „Kanister-Belastungs-Strichliste“ fort, mit der ich nachvollziehen möchte, wie oft man sich waschen kann, mit einer 12L Frischwasserfüllung.

Die Dachluke öffne ich ein wenig, da ich gelesen habe, dass man das doch unbedingt machen sollte, da der Mensch viel Wasser in der Nacht abgibt und die Feuchtigkeit am Besten eine Möglichkeit bekommen sollte, nach draußen zu „wandern“.

Mit Boxer-Short und T-Shirt lege ich mich in den Schlafsack. Mir ist sehr, sehr warm. 
Ich schließe darauf, dass dieses lediglich aufgrund des „Matratzenkampfes“ der Fall ist.

Eigentlich sollte es bei unter!? 13°C Außentemperatur eine nicht so kuschelige Nacht werden...
Aber die Decke habe ich ja bereits bereit gelegt.

 

01:10Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich öffne den Schlafsack an der Seite, mir ist einfach zu warm!

 

01:25Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich schließe den Schlafsack

 

01:30Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich decke mich mit der Wolldecke zu, ich kann aber noch immer nicht schlafen.

Verdammt! Ich möchte jetzt doch nur schön kuschelig einschlafen, meine erste Nacht im Bulli...

 

01:50Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich bin eingeschlafen....

 

04:07Uhr, 9°C Außentemperatur:

Foto vom Thermometer im Bulli, bei 9°C

Ich bin aufgewacht, es ist kalt! Außentemperatur ist wie die Innentemperatur, beide liegen bei 9°C.
War ja klar, dass da nochmal die Kältekeule kommt...

Aber ich bin vorbereitet. Ich habe mir mal geschworen:

„Nie wieder frieren, beim Campen!“

Das schließt auch eine Übernachtung im Bus ein.

Ich krame eine zweite Wolldecke auf dem Schrank. Decke diese auch noch über den Schlafsack.
Ziehe die beiden Decken noch ein wenig zurecht, denn die Decken gleiten sehr gerne...
… vom Schlafsack runter, auf die Seite...
Ich verkrieche mich in meinem Schlafsack und bemerke, wie kratzig doch diese tollen, schweren Wolldecken sind ; ).
Habe zwar kein zartes Damenkinn, aber angenehm ist es nicht wirklich.

 

04:10Uhr, 9°C Außentemperatur:

Ich bin wieder eingeschlafen.

 

07:28Uhr, 7.5°C Außentemperatur:

Ich wache auf, es ist irgendwie...

… kalt... Ich sehe wie die Sonnenstrahlen durch die Jalousie und durch die Dachluke reinleuchten.

Der Blick aufs Innenthermometer zeigt ca. 8°C an.
Ich überlege, ob ich meinen Bus nun so toll isoliert habe, dass er nun die Wärme von draußen auch erst viel später reinlässt...
Klar, im Sommer, Nachmittags, soll er die Wärme ja auch draußen lassen. Aber morgens?

Natürlich nicht! Immer rein mit der Wärme! ; )
Der Blick durch den Vorhang, nach vorne, in den Fahrerbereich verrät mir mal wieder wie kalt/warm es draußen ist. 7.5°C..
Nun gut. Wenigstens ist es draußen nicht wärmer.

Aber einschlafen kann ich nicht mehr.

 

07:30Uhr, 7.5°C Außentemperatur:

Ich nehme mir meinen 1kW-Gasheizer „Baby R“ von Campingaz, welcher auf einer blauen 3kg Campingaz Gasflasche geschraubt ist. Das Zünden Foto eines unaufgeräumten Transporter-Innenraumes mit einem unter Aufsicht laufenden, kleinen Gasheizerfunktioniert erst, nachdem ich mein Benzinfeuerzeug wieder aufgefüllt habe. Aber ich hab ja alle dabei...

Ich schnappe mir mein Notebook, verkrieche mich wieder im Schlafsack, drehe mich aber so, dass nichts in Richtung Heizer fallen kann und fange an, diesen Bericht zu schreiben.

 

08:00Uhr, geschätzte 10°C Außentemperatur:

Der Gasheizer ist ständig present, mit seinem monotonen, relativ lauten „Verbrennungsrauschen“, aber es ist schon deutlich wärmer geworden. Ca. 13°C zeigt das Innenthermometer an.

 

08:27Uhr, 12.5°C Außentemperatur:

Ich schalte den Gasheizer wieder aus. Ich habe zwar die Dachluke noch immer einen Spalt offen, aber möchte hier auch nicht umkippen, weil das HeizteilFoto eines Innenraumthermometers in einem VW Bus Transporter auch allen Sauerstoff verheizt hat...

Leider kann ich hier noch auf keine Langzeiterfahrungswerde zurückgreifen und berechnet habe ich den Sauerstoffverbrauch auch noch nicht. Kann man ja machen... Weiß zwar im Moment, nicht genau wie, aber man kann einen groben Anhaltswert errechnen... :)

Wie dem auch sei...
... 16,5°C Innentemperatur habe ich nun erreichen können. Vor einer Stunde, waren es nur ca. 8°C..

 

08:43Uhr, unbekannte Außentemperatur:

Ich schreibe ganz genau, diese Worte. Ich habe die Nacht revue passieren lassen, meine Augen jucken ein wenig und ich habe über die Nacht auch eine Packung Taschentücher verbraucht.

Außerdem muss ich auf Toilette. Meine „Porta Potti“ Campingtoilette ist leider noch nicht anwesend und kann mir diese Last nicht abnehmen. Wäre doch genau jetzt der passende Zeitpunkt für eine Generalprobe..

 

Foto, so sieht man nach der ersten Nacht in einem Bulli aus.

08:48Uhr, 14°C Außentemperatur:

Ich werde den Bericht jetzt speichern, den PC herunterfahren, noch ein Selbstportrait erstellen, dann noch ein wenig rumdösen und dann mal das Gesicht waschen und aufbrechen.
Irgendwo, irgendwas frühstücken und dann in den Tag starten. Es scheint ein sehr sonniger und warmer Tag zu werden.

Ich bin gespannt.

Mit schönen Grüßen aus Elise, Lasse

 

12:00Uhr, 18°C Außentemperatur:

Aus dem geplanten "Rumdösen" wurde schlafen. Im Innenraum sind 24°C ich schlafe...

12:23Uhr, 18.5°C Außentemperatur: 

Es sind noch immer 24°C im Bulli, ich wache auf und habe gut und schön geschlafen.
Der Gasheizer wird weggeräumt, Hände und Gesicht gewaschen. 

Ich ziehe mir Hose und Schuhe an, putze meine Brille, schnappe mir was zu trinken und setze mich hinters Steuer....
... ich stehe wieder auf und suche meinen Schlüssel...

.... "eben hab ich ihn doch in der Hand gehabt!"....

Nach kurzem Gewühle auf der Matratze habe ich ihn gefunden. Ich setze mich wieder hinters Steuer, kurbele die Scheibe runter, starte den Motor, und fahre los.

Der Sonne entgegen, mit eingeschaltetem Radio....
... aus dem Industriegebiet raus....  ; )

Ab zur Wohnung, auf Toilette, kurz ins Internet...

Was für ein Start in den Tag!

Ich wünsche euch schöne (Oster)Feiertage, euer Lasse

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